⏚ hum
Die Vorstellung, dass der Mensch aus Ton geformt wurde, findet sich weltweit in zahlreichen Schöpfungsmythen unterschiedlichster Kulturen. Vermutlich spiegelt es unser Selbstverständnis in vielerlei Hinsicht: unsere Verbundenheit mit der Natur und dem Boden, aus dem wir Leben schöpfen, sowie die Formbarkeit und Zerbrechlichkeit des Materials. Seit Beginn des Anthropozäns aber gerät dieses Selbstverständnis zunehmend ins Wanken. Die Welt wird unübersichtlicher, die Entfremdung von der Natur wächst, und menschengemachte Naturkatastrophen gefährden die zukünftige Bewohnbarkeit des Planeten für alle Lebewesen.
⏚ hum ist eine multisensorische, installative und performative Auseinandersetzung mit diesen komplexen Zusammenhängen. Es entsteht ein reaktives Netzwerk aus verschiedenen Akteuren, die mit Sensoren ausgestattet sind und auf Bewegung, Feuchtigkeit, Klang oder Lichtverhältnisse reagieren – und diese auch beeinflussen können. Zu den Akteuren gehören skulpturale Arbeiten und Installationen, deren Bestandteile aus feuchtem Lehm, Keramik und Metall bestehen. Einige dieser Werke werden von Pflanzen, Flechten oder Algen bevölkert und befinden sich während der gesamten Ausstellungsdauer in einem ständigen Transformationsprozess. Ergänzt wird das Ensemble durch mechanische Klangerzeuger und menschliche Performer:innen, wobei die Grenzen zwischen den Akteuren fließend sind: Keramik wird zum Klangkörper, Sensoren und Wurzeln durchdringen den Lehm, und Lehm interagiert mit der Haut.
Mit freundlicher Unterstützung der Hochschule Mainz, Fachrichtung Zeitbasierte Medien
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The idea that man was formed from clay can be found in numerous creation myths from a wide range of cultures around the world. It presumably reflects our self-image in many respects: our connection with nature and the soil from which we draw life, as well as the malleability and fragility of the material. Since the beginning of the Anthropocene, however, this self-image has become increasingly shaky. The world is becoming more confusing, alienation from nature is growing and man-made natural disasters are jeopardising the future habitability of the planet for all living beings.
⏚ hum is a multi-sensory, installative and performative exploration of these complex contexts. The result is a reactive network of different actors equipped with sensors that react to – and can influence – movement, humidity, sound or lighting conditions. The actors include sculptural works and installations whose components consist of moist clay, ceramics and metal. Some of these works are populated by plants, lichen or algae and are in a constant process of transformation throughout the duration of the exhibition. The ensemble is complemented by mechanical sound generators and human performers, whereby the boundaries between the actors are fluid: Ceramics become a body of sound, sensors and roots penetrate the clay, and clay interacts with the skin.
With the kind support of Mainz University of Applied Sciences, department for time-based media